Mit Rat & Tat
Verbreitete Irrtümer über Moore
Moore ziehen Menschen in die Tiefe –
Nein, versinkt man in einem nassen Moor, hat man genauso Auftrieb wie im freien Wasser, nur das man weniger gut schwimmen kann. Es gibt heutzutage ja leider kaum noch Moore, in denen man versinken kann. Schwingdecken, also Torfmatten, die auf dem Wasser schwimmen, haben ab einer Dicke von 30 cm einen guten Auftrieb. Man kann hier nicht im Moor verschwinden. Aufpassen sollte man an den dünnen Schwingdeckenrändern und ganz besonders auf bewaldeten Schwingdecken, da hier die Ausbildung der Schwingdecke lückig ist. Dafür gibt es aber genügend Bäume, um sich selbst wieder herauszuziehen.
Nasse Moore können nicht bewirtschaftet werden –
Tatsächlich war die Moornutzung in Mitteleuropa fast immer mit deren Entwässerung verbunden, wenn man mal die Sammlung von Heilpflanzen außen vor lässt. Das heißt aber nicht, dass man Moore nicht auch nass nutzen könnte und dies nicht wirtschaftlich sein kann. In anderen Teilen der Erde gibt es Jahrhunderte alte Traditionen nasser Nutzung wie z. B. Reis oder Baumwolle. Auch hierzulande verschiebt sich die Grenze der Moornutzung durch angepasste Bewirtschaftungsformen immer weiter nach oben. Wissenschaftlich-technisch ist es längst erwiesen, dass Moore auch bei uns nass genutzt werden können. Die entsprechenden Bewirtschaftungsmethoden müssen dafür erlernt, die Rahmenbedingungen gesteckt und die Vorbehalte fallen gelassen werden. Das hilft Moor und Mensch.
Die Wiedervernässung von Mooren kostet zusätzlich Wasser aufgrund der erhöhten Verdunstung –
Auch das ist ein verbreiteter Irrglaube, der leider die dringend notwendigen Wasserspiegelanhebungen in Mooren ausbremst, denn auch einige Vertreter der Wasserwirtschaft verbreiten noch diese These. Genau betrachtet kostet uns die Moorentwässerung nicht nur Geld für die Unterhaltung und Steuerung der Entwässerungsanlagen, sondern auch Wasser, was wir so täglich über die Flüsse an Nord- und Ostsee verlieren. Halten wir dieses Wasser in den Mooren zurück, gelangt ein Teil dieser Einsparung zur Verdunstung, was die Landschaft kühlt und unsere Gesundheit verbessert. Der andere Teil ist realer Wassergewinn in der Landschaft, also im Moor und vor allem auch im Grundwasserleiter. Wer also Wasser sparen möchte, sollte dieses in Mooren zurückhalten.